Die 1983 im Verbum Bokförlag AB Stockholm unter dem Titel „Undan förintelsen – Svensk hjälpverksamhet i Wien under hitlertiden“ erschienen und nur auf Schwedisch zugänglichen autobiografischen Aufzeichnungen des schwedischen Pfarrers Göte Hedenquist legen Zeugnis von der großen Leistung ab,  die Missionare und Diakonissen aus Schweden sowie viele andere Mitarbeitende erbrachten, um rassisch Verfolgten zur Flucht zu verhelfen.

Als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernahmen, wurden auch Tausende evangelische Christen jüdischer Herkunft über Nacht zu Verfolgten. In vielen Kirchengemeinden waren sie nicht mehr erwünscht und fanden bei der Schwedischen Israelmission Unterstützung, Hoffnung und materielle Hilfe. Göte Hedenquist, der von 1936 – 1940 in Wien wirkte und ab 1938 die Leitung der Mission innehatte, schildert in seiner Erinnerungen jene dramatischen Jahre, als die Mission fast 3.000 Verfolgten – darunter viele Kinder und Jugendliche – die Ausreise ermöglichten und damit das Leben retten konnte. 

Eine Übersetzung mit  wissenschaftlich-kritischer Kommentierung sowie einer Einleitung in die historischen Zusammenhänge wird unter dem Titel "Hoffnungsort Seegasse 16" im Herbst 2015 erscheinen und stellt ein wichtiges Material zu einem wenig bekannten Kapitel von Judenverfolgung und Holocaust in Österreich sowohl der interessierten  Öffentlichkeit – darunter viele Gerettete und deren Angehörige – als auch der Forschung  zur  Verfügung.

 Übersetzung und Kommentierung wurden von dem Historiker und Skandinavist Thomas Pammer durchgeführt, welcher sich seit 2011 mit der Schwedischen Israelmission  beschäftigt.